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Die Ukraine zwischen Demokratie und Despotie - Vortrag über Putins Angriffskrieg in der Ukraine

"Ein außergewöhnlicher Vortrag, der in außergewöhnlichen Zeiten wie dem Krieg in der Ukraine einen wichtigen Beitrag leistet, um die Geschehnisse einzuordnen" mit diesen Worten begrüßte Schulleiter Thomas Moser Herrn Professor Klaus Gestwa,, die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe 1 und 2 sowie zahlreiche Kolleginnen und Kollegen des Johannes-Kepler-Gymnasiums beim Vortrag "Der Ukraine-Krieg. Hintergründe und Einordnungen".

Professor Klaus Gestwa, Leiter des Instituts für osteuropäische Geschichte und Landeskunde an der Universität Tübingen tourt seit dem 24.2.2022 durchs Land, gibt Interviews für Zeitungen und Radio und hält Vorträge in Schulen. Die Motivation dafür, vor allem jungen Menschen bei der Einordnung und Bewertung der Geschehnisse zu helfen, erklärt Gestwa mit den zahlreichen Anfragen an sein Institut, die seit Ende Februar schlagartig zugenommen haben. Außerdem verweist er während des Vortrags immer wieder auf seine eigene Biographie, durch welche er viele Kontakte zur russischen Bevölkerung habe und immer wieder erfahre, wie es Menschen ergehe, die sich gegen die russische Propaganda stellten oder versuchten, an Inhalte freier Medien zu gelangen.
Nach einer Einordnung der geographischen Lage und typischen Merkmale der "Kornkammer Europas" sowie einem historischen Abriss über die Geschichte der Ukraine nahm Gestwa vor allem die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und kulturellen Besonderheiten in der Ukraine in den Blick, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wer die Menschen sind, die derzeit zu so großen Teilen ihre Heimat verlassen müssen. Neben der Abstimmung über die Unabhängigkeit 1991 markierte Gestwa das Jahr 2014 als Wendepunkt mit der Hinwendung der Ukraine zum Westen, der Maidan-Bewegung und der sich anschließenden Annexion der Halbinsel Krim.
Auch ein Blick auf Russland zeigte die zunehmende Radikalisierung des politischen Apparats sowie die daraus entstehende Zerrissenheit des russischen Volkes auf.
Den Blick auf die aktuellen Geschehnisse leitete Gestwa mit der Frage ein, warum Putin nicht genug gehabt habe, warum er nicht zufrieden sei mit der Annexion der Krim und der Ausrufung der autonomen Gebiete. Die Person des russischen Präsidenten wurde auch mittels des Kunstwerks "Face of War" der ukrainischen Künstlerin Daria Marchenko, die 2017 ein Porträt Putins aus 5000 leeren Patronenhülsen gestaltete charakterisiert.
Abschließend wendete sich Gestwa Deutschland und der Frage, inwiefern die Deutsche Politik Verantwortung trage, zu.
Die anschließende Diskussion drehte sich um historische Themen, aktuelle Einschätzungen, einen Blick auf Europa und China und die Frage, was der und die Einzelne tun könne, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass der Krieg so schnell wie möglich endet.