Hygieneautomat

IMG 0372Menstruation, ein Thema, über welches nach wie vor noch lange nicht so in die Gesellschaft gesprochen wird, wie es eigentlich sollte. Schließlich betrifft es ja eigentlich uns alle, sowohl direkt von der Menstruation „betroffene“ Personen, als auch alle anderen Menschen darum herum. Damit sind ausnahmsweise mal nicht die Stimmungsschwankungen gemeint, die immer wieder von besonders hilfsbereiten Mitmenschen diagnostiziert werden - es geht hierbei viel mehr darum, die Menstruation als Thema zu enttabuisieren. Und wo sollte sich ein derartiger „Lernprozess“ besser integrieren lassen als in das Schulleben?

Mit der Idee der Enttabuisierung und der Schule als Ansatzpunkt startete ein Team von anfangs zwei und später dann drei Schülerinnen (Yomna Baffoun , Henriette Brucklacher und Nina Hafner) des Johannes-Kepler-Gymnasiums in Reutlingen ihr Projekt mit dem simplen Titel „Hygieneautomat“. Besagtes Projekt zielte auf die Installation eines Automaten mit Menstruationsprodukten in der Schule ab, an dem alle ein entsprechendes Produkt günstig erwerben können. Von der Vision bis hin zum fertigen Automaten war der Weg allerdings länger als ursprünglich angenommen, da sowohl Produkte, als auch Schachteln und vor allem ein Automat angeschafft werden mussten und dabei die Finanzierung des Ganzen nicht aus den Augen verloren werden durfte. Nach dem Aussuchen eines passenden Automaten mit mehreren Fächern begann also auch die Suche nach geeigneten Produkten, mit denen der Automat befüllt werden konnte. Das noch junge Startup Unternehmen „Einhorn‘‘ aus Berlin sicherte schnelle Unterstützung zu. Somit erwirbt man an dem Automaten durch die Unterstützung der Berliner Einhörner also nicht nur Produkte für den Notfall, sondern tut ganz nebenbei auch noch etwas für die Umwelt. Zum einen sind alle Produkte fair und nachhaltig produziert und um die Sache noch besser zu machen, investiert die Firma die Hälfte ihrer Profite beispielsweise in fairstainable Standards im Kautschukanbau oder in Menschenrechtsprojekte. 

Die Produkte waren also schon mal da, fehlte „nur“ noch deren Verpackung. In diesem Fall bedanken wir uns herzlich bei der Knauer GmbH & Co KG (Teil der Kolb Group Memmingen) für die großzügige Spende von 500 speziell angefertigten Schachteln in verschiedenen Größen, die nun je nach Bedarf mit unterschiedlichen Produkten gefüllt werden können. Ein weiterer Dank geht an alle Unterstützer:innen des Projekts, sowohl Mitschüler:innen, die sich für das Projekt eingesetzt und ausgesprochen haben, als auch an die Schulleitung und den Elternbeirat des Johannes-Kepler-Gymnasiums, die überhaupt erst die Finanzierung und Umsetzung des Projekts garantierten. 

Somit ist nach einem Zeitraum von zwei Jahren Realität aus einer Vision geworden, die durch Weiterverbreitung und miteinhergehende Information nicht nur den menstruierenden Menschen einen leichteren Umgang mit der Menstruation ermöglicht, sondern jedem anderen (wenn auch nur indirekt Betroffenen) auch.